📝 Blog  ·  Office & Produktivität  ·  computer-nach-wunsch.de

Excel Datum berechnen: Tage, Arbeitstage, Alter und Fristen

Excel Datum berechnen: Tage zwischen zwei Daten, Arbeitstage ohne Feiertage, Alter mit DATEDIF, Fälligkeiten, Monatsende, Kalenderwoche und Uhrzeiten.

📅 23.10.2026 ⏱ 8 Min. Lesezeit 📝 1,562 Wörter
Office & Produktivität
Autor: Kujtim Dubovci 👁 4 Aufrufe

Fristen, Alter und Arbeitstage ohne Kalender zählen

Excel kann mit Datumswerten rechnen: Tage zwischen zwei Terminen, Arbeitstage ohne Wochenende, Alter in Jahren, Fälligkeiten und Monatsenden. Hier findest du die passenden Formeln mit Beispielen und den Lösungen für die häufigsten Fehler.

Die Funktionsnamen gelten für die deutsche Excel-Version. Als Trennzeichen zwischen den Argumenten dient das Semikolon. Die meisten Funktionen findest du auch in LibreOffice Calc, teils mit leicht anderen Namen.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Datumsformeln

  1. Tage zwischen zwei Daten: =B2-A2 oder =TAGE(B2;A2).
  2. Arbeitstage: =NETTOARBEITSTAGE(A2;B2), optional mit Liste der Feiertage.
  3. Fälligkeit: =A2+14 oder =ARBEITSTAG(A2;10).
  4. Alter: =DATEDIF(A2;HEUTE();"Y").

Wie Excel Datum und Uhrzeit speichert

Excel speichert ein Datum als fortlaufende Zahl. Der 1. Januar 1900 hat den Wert 1, jeder weitere Tag zählt eins hinauf. Ein Datum im Jahr 2026 ist deshalb eine fünfstellige Zahl. Uhrzeiten sind Bruchteile eines Tages: 12:00 Uhr entspricht 0,5. Diese einfache Logik macht das Rechnen möglich. Weil Datumswerte Zahlen sind, kannst du sie addieren, subtrahieren und vergleichen.

Damit Excel eine Eingabe als Datum erkennt, nutze die übliche deutsche Schreibweise, zum Beispiel 24.12.2026. Erkennt Excel die Eingabe, steht sie rechtsbündig in der Zelle. Steht sie linksbündig, handelt es sich um Text, und dann klappen die Berechnungen nicht. Dazu mehr im Abschnitt zu den Fehlern.

Tage zwischen zwei Daten berechnen

Die einfachste Lösung ist die Subtraktion. Steht das Startdatum in A2 und das Enddatum in B2, rechnest du =B2-A2. Formatiert Excel das Ergebnis selbst als Datum, stelle die Zelle über „Start“ und das Zahlenformat-Menü auf „Standard“ oder „Zahl“. Alternativ nutzt du die Funktion TAGE, die erst das Ende und dann den Start verlangt: =TAGE(B2;A2). Das Ergebnis ist in beiden Fällen die Zahl der Tage dazwischen, ohne den Starttag mitzuzählen.

Soll der erste Tag mitzählen, etwa bei einem Urlaub vom 1. bis zum 5. Tag, rechnest du =B2-A2+1. Überlege vorab, was in deinem Fall gelten soll. Bei Mietzeiträumen, Lieferfristen und Urlaubstagen sind die Regeln unterschiedlich.

Heute und Jetzt: Dynamische Datumswerte

Die Funktion =HEUTE() liefert das aktuelle Datum, =JETZT() Datum und Uhrzeit. Beide aktualisieren sich bei jeder Berechnung der Tabelle. Damit zählst du zum Beispiel die Tage bis zu einem Termin: =B2-HEUTE(). Ein negatives Ergebnis zeigt, dass der Termin schon vorbei ist.

⚠️ Dynamisch heißt: nicht festgeschrieben

Eine Tabelle mit HEUTE() zeigt morgen andere Werte als heute. Wenn du den Stand an einem Tag festhalten willst, etwa für ein Protokoll, kopiere die Zelle und füge sie über „Inhalte einfügen“ als „Werte“ ein. Dann steht das Datum fest in der Zelle.

Arbeitstage berechnen und Feiertage berücksichtigen

Für Lieferzeiten und Projektpläne zählen oft nur Werktage. Die Funktion =NETTOARBEITSTAGE(A2;B2) berechnet die Arbeitstage zwischen zwei Daten und lässt Samstag und Sonntag aus. Beide Randtage zählen mit, wenn sie Werktage sind. Gib als drittes Argument einen Bereich mit Feiertagen an: =NETTOARBEITSTAGE(A2;B2;Feiertage!A2:A20). Dann berücksichtigt Excel auch diese Tage.

Gilt bei dir ein anderes Wochenende, nutze NETTOARBEITSTAGE.INTL. Dort wählst du über eine Kennzahl, welche Wochentage frei sind. Pflege die Feiertagsliste einmal pro Jahr in einem eigenen Blatt und verweise darauf. Die Feiertage unterscheiden sich je nach Bundesland, achte deshalb auf die richtige Liste.

Tage, Monate und Jahre addieren

Ein Zahlungsziel von 14 Tagen rechnest du mit =A2+14. Für Werktage statt Kalendertage nimmst du =ARBEITSTAG(A2;10). Das liefert das Datum, das zehn Arbeitstage nach dem Startdatum liegt. Auch hier lässt sich eine Feiertagsliste als drittes Argument angeben.

Monate rechnest du mit =EDATUM(A2;3). Das ergibt dasselbe Datum drei Monate später. Gibt es den Tag im Zielmonat nicht, etwa den 31. in einem Monat mit 30 Tagen, nimmt Excel den letzten Tag des Monats. Das Monatsende liefert =MONATSENDE(A2;0). Mit 0 bekommst du das Ende des aktuellen Monats, mit 1 das des Folgemonats. Ein beliebtes Beispiel ist die Zahlung zum Monatsende: =MONATSENDE(A2;1).

Ein Jahr addierst du mit =EDATUM(A2;12). Die Funktion DATUM setzt Datumswerte aus Einzelteilen zusammen: =DATUM(2027;3;15) ergibt den 15. März 2027. So baust du Termine aus Spalten mit Jahr, Monat und Tag.

Alter und Zeiträume in Jahren und Monaten

Für das Alter oder die Betriebszugehörigkeit nutzt du die Funktion DATEDIF. Sie taucht im Funktionsassistenten nicht auf, funktioniert aber in allen gängigen Versionen: =DATEDIF(A2;HEUTE();"Y") liefert die vollendeten Jahre seit dem Datum in A2. Mit dem zweiten Kürzel steuerst du die Einheit.

KürzelErgebnis
"Y"Vollendete Jahre
"M"Vollendete Monate
"D"Tage
"YM"Restmonate nach den vollen Jahren
"MD"Resttage nach den vollen Monaten

Ein Ausdruck wie „34 Jahre, 2 Monate“ gelingt durch Verketten: =DATEDIF(A2;HEUTE();"Y")&" Jahre, "&DATEDIF(A2;HEUTE();"YM")&" Monate". Achte darauf, dass das Startdatum vor dem Enddatum liegt, sonst meldet Excel einen Fehler. Das Kürzel „MD“ liefert in manchen Fällen unplausible Werte. Prüfe es mit Stichproben, wenn du es verwendest.

Jahr, Monat, Wochentag und Kalenderwoche auslesen

Mit den Funktionen JAHR, MONAT und TAG holst du Einzelteile aus einem Datum, etwa für eine Auswertung nach Monaten. =WOCHENTAG(A2;2) liefert den Wochentag als Zahl, wobei der Montag die 1 ist. Die Kalenderwoche nach deutscher Norm bekommst du mit =KALENDERWOCHE(A2;21). Die Zahl 21 sorgt dafür, dass Excel die ISO-Zählung verwendet, bei der die erste Woche mit mindestens vier Tagen im neuen Jahr zählt.

Den Namen des Wochentags zeigst du mit =TEXT(A2;"TTTT"), die Kurzform mit „TTT“. Solche Spalten bilden die Grundlage für Pivot-Auswertungen nach Monat, Woche oder Wochentag. Wie die Auswertung klappt, steht in Excel-Pivot-Tabelle erstellen.

Mit Uhrzeiten rechnen

Zeiten lassen sich ebenfalls subtrahieren. Steht der Arbeitsbeginn in A2 und das Ende in B2, ergibt =B2-A2 die Dauer. Damit auch Summen über 24 Stunden richtig angezeigt werden, formatiere die Ergebniszelle über „Zellen formatieren“, „Benutzerdefiniert“ mit dem Format [h]:mm. Die eckigen Klammern verhindern, dass Excel nach 24 Stunden wieder bei null beginnt.

Eine Pause ziehst du einfach ab: =B2-A2-C2. Möchtest du die Dauer als Dezimalzahl, etwa 7,5 Stunden für eine Abrechnung, multipliziere mit 24: =(B2-A2)*24. Reicht eine Schicht über Mitternacht, rechne =REST(B2-A2;1), damit kein negatives Ergebnis entsteht.

Darstellung ändern und Text in Datum umwandeln

Die Anzeige eines Datums ändert nichts am Wert. Über „Start“ und das Zahlenformat-Menü oder über Strg+1 und „Datum“ wählst du die Schreibweise. Mit „Benutzerdefiniert“ erzeugst du eigene Formate, etwa TTTT, TT.MM.JJJJ für „Donnerstag, 24.12.2026“. Zu Datums- und Regionseinstellungen von Windows siehe Datumsformat und Region in Windows 11 ändern.

Stammt eine Spalte aus einem Import und ist sie linksbündig, liegt Text vor. Markiere die Spalte und wähle „Daten“, „Text in Spalten“, dann „Fertig stellen“, nachdem du im dritten Schritt das Spaltenformat „Datum“ mit der passenden Reihenfolge gewählt hast. Alternativ wandelt =DATWERT(A2) den Text in ein Datum um. Das Ergebnis erscheint zunächst als Zahl und muss als Datum formatiert werden.

Praxis: Rechnungsliste mit Zahlungsfrist

In Spalte A steht das Rechnungsdatum, in Spalte B das Zahlungsziel in Tagen. So baust du eine Überwachung:

  1. Spalte C: Fälligkeit mit =A2+B2, formatiert als Datum.
  2. Spalte D: Tage bis zur Fälligkeit mit =C2-HEUTE().
  3. Spalte E: Status mit =WENN(D2<0;"überfällig";WENN(D2<=7;"bald fällig";"offen")).
  4. Färbe die Statusspalte per bedingter Formatierung ein, wie in Excel bedingte Formatierung erklärt.
  5. Fixiere die Überschriftenzeile, damit sie beim Scrollen sichtbar bleibt, siehe Excel Zeile fixieren.

Mit einem Auswahlfeld für den Status, wie in Excel-Dropdown-Liste erstellen, lässt sich die Liste zudem von Hand pflegen.

Typische Fehler und Lösungen

  • Das Ergebnis erscheint als Datum statt als Zahl: Die Zelle ist als Datum formatiert. Stelle das Zahlenformat auf „Standard“.
  • Mehrere Rautenzeichen in der Zelle: Die Spalte ist zu schmal, oder das Ergebnis ist eine negative Zeit. Verbreitere die Spalte oder prüfe die Reihenfolge.
  • #WERT!: Mindestens ein Wert ist Text, kein Datum. Wandle ihn um.
  • DATEDIF liefert #ZAHL!: Das Startdatum liegt nach dem Enddatum.
  • Arbeitstage stimmen nicht: Die Feiertagsliste fehlt oder enthält Text statt Datumswerte.
  • Falsches Jahr bei zweistelliger Eingabe: Gib das Jahr vierstellig ein, damit keine Verwechslung entsteht.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Tage bis Weihnachten?

Mit =DATUM(JAHR(HEUTE());12;24)-HEUTE(). Nach dem 24. Dezember wird das Ergebnis negativ, dann nimm das Folgejahr mit JAHR(HEUTE())+1.

Warum ergibt A2-B2 eine Zahl mit Datumsformat?

Excel übernimmt das Format der Quellzellen. Setze die Ergebniszelle auf „Zahl“ oder „Standard“.

Wie zähle ich nur Wochentage ohne Feiertage?

Nutze NETTOARBEITSTAGE und gib die Feiertage als Bereich an.

Gibt es DATEDIF auch in anderen Programmen?

Calc kennt eine Funktion mit demselben Namen. Prüfe vor dem Weitergeben von Dateien, ob der Empfänger dasselbe Programm nutzt, siehe LibreOffice statt Microsoft Office.

Wie verhindere ich, dass sich ein Datum ändert?

Tippe es als festen Wert ein oder füge die Zelle mit HEUTE() über „Inhalte einfügen“ als Wert ein.

Fristen im Griff

Mit wenigen Formeln überwachst du Zahlungsziele, Lieferzeiten und Urlaubstage, ohne selbst zu zählen.

Zum PC-Konfigurator Excel-Formeln für Einsteiger Excel: Tabelle sortieren und filtern

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei die erste Person, die etwas zu diesem Beitrag schreibt.

Schreibe einen Kommentar