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Zugriff verweigert: Besitz übernehmen und Rechte setzen

Ordner von alter Festplatte gesperrt? So übernimmst du Besitz und Rechte in den Eigenschaften oder per takeown und icacls, ohne Systemordner zu gefährden.

📅 22.10.2026 🔄 Aktualisiert: 23.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,099 Wörter
PC Hardware Ratgeber
Autor: Kujtim Dubovci 👁 2 Aufrufe

„Zugriff verweigert“ bei Ordnern: Besitz übernehmen und Berechtigungen setzen

Wenn Windows den Zugriff auf einen Ordner verweigert, fehlen dir die Berechtigungen oder der Besitz. Mit den Sicherheitseinstellungen oder den Befehlen takeown und icacls holst du dir die Kontrolle zurück.

Du öffnest einen Ordner von einer alten Festplatte, einem früheren Benutzerkonto oder einem Datensicherungs-Laufwerk und bekommst die Meldung „Zugriff verweigert“ oder „Sie haben keine Berechtigung für den Zugriff auf diesen Ordner“. Das ist kein Defekt, sondern das Berechtigungssystem von NTFS. Dieser Ratgeber erklärt, wie es funktioniert, und zeigt, wie du Besitz und Rechte sicher übernimmst.

Wie Berechtigungen unter NTFS funktionieren

Jede Datei und jeder Ordner auf einem NTFS-Laufwerk hat einen Besitzer und eine Liste von Zugriffsrechten. Diese Liste legt fest, welches Konto oder welche Gruppe lesen, ändern oder alles tun darf. Der Besitzer kann die Rechte ändern. Kopierst du Daten von einem anderen Rechner oder baust ein Laufwerk aus einem alten PC ein, gehören die Dateien einem Konto, das auf deinem System nicht existiert. Windows kennt dieses Konto nur als lange Nummer und sperrt dich aus.

Typische Situationen für diesen Fehler

  • Eine Festplatte oder SSD aus einem alten Rechner wurde angeschlossen.
  • Das Benutzerkonto wurde neu angelegt, und das alte Profil ist gesperrt.
  • Windows.old oder andere Systemordner sollen gelöscht werden.
  • Ein Ordner wurde von einem Programm mit besonderen Rechten angelegt.
  • Nach einem Windows-Neuinstall liegen Daten auf der zweiten Partition mit alten Rechten.

Methode 1: Besitz in den Eigenschaften übernehmen

Das ist der Weg über die Oberfläche. Er genügt für die meisten Fälle.

  1. Klicke den Ordner mit der rechten Maustaste an und wähle „Eigenschaften“.
  2. Öffne die Registerkarte „Sicherheit“ und klicke auf „Erweitert“.
  3. Neben „Besitzer“ klickst du auf „Ändern“.
  4. Gib deinen Benutzernamen ein und klicke auf „Namen überprüfen“, dann auf „OK“.
  5. Setze das Häkchen bei „Besitzer der Objekte und Container ersetzen“, damit der Besitz auch für alle Unterordner gilt.
  6. Bestätige alle Fenster und öffne die Eigenschaften erneut.
  7. Klicke auf der Registerkarte „Sicherheit“ auf „Bearbeiten“, wähle dein Konto und setze das Häkchen bei „Vollzugriff“.

Bei vielen Dateien kann der Vorgang einige Minuten dauern. Erscheinen Meldungen zu einzelnen Dateien, die nicht geändert werden können, wähle „Weiter“ und prüfe später, ob etwas übrig bleibt.

Methode 2: Besitz und Rechte per Befehl übernehmen

Bei großen Ordnern oder hartnäckigen Fällen sind Befehle schneller. Öffne dazu die Eingabeaufforderung als Administrator. Ersetze im Beispiel den Pfad durch deinen Ordner.

  1. Besitz übernehmen: takeown /f "D:\AlterOrdner" /r /d j. Der Schalter /r wirkt auch auf Unterordner, /d j beantwortet Rückfragen automatisch mit Ja.
  2. Vollzugriff für Administratoren setzen: icacls "D:\AlterOrdner" /grant Administratoren:F /t. Auf englischem Windows lautet die Gruppe Administrators.
  3. Statt der Gruppe kannst du direkt dein Benutzerkonto angeben, etwa /grant Benutzername:F.
  4. Prüfe das Ergebnis mit icacls "D:\AlterOrdner".

Der Befehl takeown ändert den Besitzer, icacls verändert die Zugriffsliste. Beide zusammen lösen die meisten Zugriffsprobleme. Achte darauf, den Pfad in Anführungszeichen zu setzen, wenn er Leerzeichen enthält.

Rechte auf Systemordner: Vorsicht

Wende dieses Vorgehen nie auf Windows-Systemordner wie C:\Windows oder C:\Programme an, nur um etwas zu löschen. Systemordner gehören bewusst dem Konto TrustedInstaller. Ein Besitzwechsel kann Updates und Reparaturen stören. Möchtest du Platz schaffen, nutze die Funktionen aus SFC und DISM beziehungsweise die Datenträgerbereinigung, statt Systemrechte zu verbiegen. Ein Ordner wie Windows.old lässt sich über die Datenträgerbereinigung entfernen.

Daten von einer alten Festplatte retten

Wenn du lediglich Daten von einer alten Platte retten willst, musst du die Rechte nicht für das ganze Laufwerk ändern. Nimm nur die Ordner, die du brauchst, in Besitz und kopiere sie auf ein anderes Laufwerk. Nach dem Kopieren gehören die Kopien deinem Konto, weil sie beim Schreiben den Besitzer des Zielkontos erhalten. Wie du eine Sicherung sinnvoll organisierst, steht in Backup-Strategie mit der 3-2-1-Regel.

Wird ein Laufwerk gar nicht erst angezeigt, hat das nichts mit Berechtigungen zu tun. Dann hilft die Datenträgerverwaltung, wie in Neue SSD wird nicht angezeigt beschrieben.

Wenn der Besitz nicht übernommen werden kann

  • Der Ordner wird gerade von einem Programm verwendet: Beende das Programm oder starte den Rechner neu und versuche es erneut.
  • Das Laufwerk ist mit BitLocker verschlüsselt und gesperrt: Entsperre es zuerst mit dem Wiederherstellungsschlüssel.
  • Das Laufwerk ist schreibgeschützt oder nutzt FAT32 oder exFAT: Diese Dateisysteme kennen keine NTFS-Berechtigungen. Prüfe den Schreibschutz.
  • Dein Konto hat keine Administratorrechte: Melde dich mit einem Administratorkonto an.
  • Die Pfadlänge ist zu lang: Verkürze Ordnernamen oder nutze einen kürzeren Zielpfad.

Berechtigungen sinnvoll vergeben

Gib Konten nur so viele Rechte, wie sie brauchen. Für Daten, die mehrere Personen lesen sollen, reicht Lesen und Ausführen. Wer Dateien ändert, braucht Ändern, aber nicht Vollzugriff. Vollzugriff beinhaltet das Recht, selbst Berechtigungen zu ändern. Die Gruppe „Jeder“ solltest du für sensible Ordner nicht mit Schreibrechten ausstatten. Auf Familien-PCs lohnt es sich, getrennte Konten zu nutzen, damit jeder seine eigenen Daten schützt.

Vererbung verstehen

Unterordner erben normalerweise die Rechte des übergeordneten Ordners. In den erweiterten Sicherheitseinstellungen siehst du, ob die Vererbung aktiv ist. Über „Vererbung deaktivieren“ trennst du einen Ordner vom Elternordner und entscheidest, ob die bisherigen Rechte kopiert oder entfernt werden. Das ist praktisch, wenn ein einzelner Unterordner abweichende Regeln braucht. Weil Vererbung viel Verwaltung spart, deaktivierst du sie nur bei Bedarf. Ein häufiger Fehler ist das versehentliche Entfernen aller Rechte. Dann sperrst du auch dich selbst aus und musst den Besitz erneut übernehmen.

Effektiven Zugriff prüfen

In den erweiterten Sicherheitseinstellungen gibt es die Registerkarte „Effektiver Zugriff“. Dort wählst du ein Konto aus und siehst, welche Rechte es auf dem Ordner tatsächlich besitzt, nachdem Gruppen, Vererbung und Verweigerungen verrechnet wurden. Das hilft, wenn ein Konto trotz scheinbar richtiger Einträge keinen Zugriff erhält. Einträge mit „Verweigern“ haben Vorrang vor Erlauben.

Häufige Fragen

Ist es gefährlich, den Besitz zu übernehmen?

Bei eigenen Datenordnern nicht. Bei Systemordnern kann es Probleme verursachen und sollte unterbleiben.

Warum sehe ich nur eine lange Nummer als Besitzer?

Das alte Konto existiert auf deinem System nicht. Windows zeigt dann die Sicherheitskennung an.

Gilt takeown für alle Dateien im Ordner?

Ja, mit dem Schalter /r auch für alle Unterordner und Dateien.

Muss ich nach dem Kopieren die Rechte erneut setzen?

Normalerweise nicht. Kopien gehören dem Konto, das sie angelegt hat.

Erst Besitz, dann Rechte

Übernimm den Besitz nur für eigene Datenordner und setze Rechte gezielt. Systemordner bleiben unangetastet.

Zum PC-Konfigurator Backup-Strategie 3-2-1 Neue SSD einrichten

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