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PCIe-5.0-SSD: Lohnt sich der Aufpreis für Gaming und Alltag?

PCIe-5.0-SSD oder PCIe 4.0? Was Tests zu Ladezeiten zeigen, wann sich der Aufpreis lohnt und warum Kapazität und Kühlung oft wichtiger sind.

📅 18.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,166 Wörter
PC Hardware Ratgeber
CNW Performance Lab 👁 5 Aufrufe

SSD fürs Budget, nicht fürs Datenblatt

Wähle im PC-Konfigurator die SSD, die zu deinem Einsatz passt, und investiere die Differenz lieber in Grafikkarte oder Arbeitsspeicher.

Auf den Verpackungen von PCIe-5.0-SSDs stehen beeindruckende Zahlen, von denen viele Käufer glauben, sie würden den Rechner spürbar schneller machen. Die Wirklichkeit ist nüchterner: Im Alltag und in den meisten Spielen merkst du den Unterschied zu einer guten PCIe-4.0-SSD kaum. Trotzdem sind die neuen Laufwerke deutlich teurer, werden heiß und brauchen eine gute Kühlung. In diesem Ratgeber ordnen wir ein, was Tests dazu zeigen, wann sich PCIe 5.0 lohnt und wann nicht. Die Grundlagen zu NVMe und SATA findest du im Ratgeber zu NVMe oder SATA. Hier geht es nur um den Schritt von PCIe 4.0 auf 5.0. Beachte, dass einige der Tests älter sind. Wir nennen jeweils das Datum, damit du die Aussagekraft selbst einschätzen kannst.

Was PCIe 5.0 technisch bedeutet

PCIe 5.0 verdoppelt die theoretische Bandbreite von PCIe 4.0. SSDs profitieren davon vor allem beim sequenziellen Lesen und Schreiben großer Dateien. Im Alltag werden aber viele kleine Zugriffe ausgeführt, bei denen die Bandbreite nicht der Engpass ist. Das erklärt, warum die großen Zahlen im Datenblatt im Alltag oft verpuffen. Welche Werte für dein Einsatzgebiet zählen, ist wichtiger als die Spitzenwerte.

Was Tests zu Spielen und Ladezeiten zeigen

Es gibt mehrere Messungen, die ein einheitliches Bild zeichnen. Alle haben Einschränkungen, die wir dazu nennen:

  • Forspoken mit DirectStorage 1.1 (02.02.2023): Der YouTube-Kanal Compusemble testete drei SSDs mit dem integrierten Benchmark des Spiels. Die Gesamtladezeit über sieben Szenen betrug bei der PCIe-5.0-SSD 10,483 Sekunden, bei der Samsung 990 Pro (PCIe 4.0) 10,872 Sekunden und bei einer PCIe-3.0-SSD 13,838 Sekunden. Der Vorsprung von PCIe 5.0 gegenüber 4.0 beträgt damit rechnerisch rund 0,4 Sekunden. Die Berichterstattung von Notebookcheck bewertet die Unterschiede als vernachlässigbar, besonders zwischen 4.0 und 5.0. Bei den Bildraten lag die PCIe-5.0-SSD in einigen Szenen sogar zurück, vermutlich wegen der Software (Notebookcheck).
  • Nvidia-Beta-Treiber und DirectStorage (07.06.2023): PC-WELT berichtete über einen Test, bei dem ein Treiber die Dekomprimierung von Spieldaten auf einer PCIe-5.0-SSD (Crucial T700) um etwa 17 Prozent beschleunigte, bei einer PCIe-4.0-SSD nur um rund 2 Prozent. Der Artikel sieht den Vorteil von PCIe 5.0 als mittelfristigen Kaufgrund, weil der Unterschied derzeit kaum spürbar ist, und weist darauf hin, dass kaum Spiele DirectStorage unterstützen. Die Ergebnisse stammen aus einem einzelnen Test, die Treiberversionen sind im Artikel widersprüchlich angegeben (PC-WELT).
  • PCGH-Vergleich günstiger PCIe-4.0-SSDs mit PCIe-5.0-Laufwerken (21.06.2025): Der Test mit sieben Produkten liegt hinter einer Bezahlschranke, die Ergebnisse konnten wir nicht lesen. Sichtbar ist unter anderem, dass neue PCIe-5.0-SSDs oft etwa doppelt so viel kosten wie die Vorgängerserien. Außerdem nennt der Anreißer 60 bis 100 GiB als typische Größe aktueller Blockbuster und empfiehlt 2 TB als Kapazität, mit 1 TB als knapper Option (PCGH).

Das Zwischenergebnis: Die zwei Tests mit Zahlen sind über drei Jahre alt. Neuere Spiele und Treiber können andere Werte liefern. Das Grundmuster, dass der Vorsprung gegenüber PCIe 4.0 klein ist, passt aber zu dem, was die Autoren in beiden Berichten sehen.

Die Nachteile von PCIe 5.0

  • Preis: Laut PCGH oft etwa das Doppelte der Vorgängerserien. Aktuelle Preise schwanken stark, siehe den Ratgeber zur RAM- und SSD-Preiskrise.
  • Hitze: Schnelle SSDs werden heiß und drosseln, wenn die Kühlung nicht stimmt. Das ist aus der Praxis bekannt. Plane einen guten Kühlkörper ein und lies die Hinweise des Mainboards.
  • Mainboard und Steckplätze: Nicht jedes Mainboard hat einen PCIe-5.0-M.2-Slot, und manche teilen sich Lanes mit der Grafikkarte. Prüfe das Handbuch deines Boards.
  • Kein Nutzen ohne passende Aufgabe: Wer nur spielt und im Netz surft, spürt wenig.

Wann sich PCIe 5.0 lohnt

  • Du verschiebst regelmäßig sehr große Dateien, zum Beispiel Rohmaterial beim Videoschnitt. Weitere Informationen dazu im Ratgeber zum Videoschnitt-PC.
  • Du arbeitest mit sehr großen Datenmengen, etwa in der Bildbearbeitung oder bei Datenanalysen.
  • Du baust einen High-End-Rechner und das Budget ist ausreichend, sodass der Aufpreis keine andere Komponente verdrängt.
  • Du willst langfristig vorbereitet sein, falls künftige Spiele DirectStorage stärker nutzen. Das ist eine Wette auf die Zukunft, keine Garantie.

Wann PCIe 4.0 die bessere Wahl ist

  • Dein Budget ist begrenzt. Das Geld bringt in der Grafikkarte mehr, siehe den Ratgeber zur Budgetverteilung.
  • Du spielst und surfst. Dafür reicht eine gute PCIe-4.0-SSD.
  • Du willst Hitze und Lautstärke gering halten.
  • Dein Mainboard hat keinen PCIe-5.0-Slot oder teilt die Lanes mit der Grafikkarte.

Kapazität schlägt Geschwindigkeit

Für den Alltag bringt mehr Platz oft mehr als mehr Tempo. PCGH nennt 1 TB als kleinste Größe bei neuen High-End-Modellen, empfiehlt aber 2 TB. Hintergrund: Aktuelle Spiele belegen 60 bis 100 GiB. Eine SSD, die fast voll ist, wird zudem oft langsamer. Wie du den Speicher planst, steht im Ratgeber zur SSD-Planung. Prüfe außerdem regelmäßig den Zustand, wie im Ratgeber zur SSD-Gesundheit beschrieben.

Ein Rechenbeispiel: Was bringen 0,4 Sekunden?

Nimm den Vorsprung aus dem Forspoken-Test ernst, aber ordne ihn ein. Selbst wenn du pro Ladevorgang 0,4 Sekunden sparen würdest, und das ist großzügig gerechnet, weil die Zeit sich im Test auf sieben Szenen verteilt, wären das bei zehn Ladevorgängen am Tag vier Sekunden. Über ein ganzes Jahr summiert sich das auf gut 24 Minuten. Der Aufpreis für das Laufwerk steht dazu in keinem Verhältnis, sofern du es nur zum Spielen nutzt. Anders sieht es aus, wenn du täglich Dateien mit mehreren Dutzend Gigabyte kopierst: Dort kann die höhere sequenzielle Geschwindigkeit Minuten sparen.

Vor dem Kauf: Mainboard und Kühlung prüfen

  1. Slot prüfen: Schau im Handbuch, welcher M.2-Slot PCIe 5.0 unterstützt und ob er Lanes mit der Grafikkarte teilt.
  2. Kühlung planen: Der Kühlkörper des Mainboards oder ein eigener Kühler muss zur SSD passen. Bei einer sehr großen Grafikkarte kann der Platz knapp werden.
  3. Luftstrom beachten: Ein Gehäuse mit gutem Luftstrom hält die SSD kühler, siehe Ratgeber zum Gehäusekauf.
  4. Temperatur beobachten: Nach dem Einbau lohnt sich ein Blick auf die Werte unter Last, Normalbereiche nennt der Ratgeber zu PC-Temperaturen.

Häufige Fragen zu PCIe-5.0-SSDs

Lädt ein Spiel mit PCIe 5.0 spürbar schneller?

In den hier genannten Tests nicht. Beim Forspoken-Test lag der Unterschied zu PCIe 4.0 bei rund 0,4 Sekunden über sieben Szenen. Neuere Spiele können abweichen.

Brauche ich einen Kühlkörper?

Bei schnellen SSDs ist er sehr ratsam. Viele Mainboards bringen eigene Kühlkörper mit, prüfe, ob sie für PCIe 5.0 ausgelegt sind.

Läuft eine PCIe-5.0-SSD im PCIe-4.0-Slot?

Ja, die Abwärtskompatibilität ist gegeben. Die Karte läuft dann mit der niedrigeren Geschwindigkeit.

Lohnt sich das Warten auf günstigere Preise?

Preise für SSDs schwanken stark. Wenn du aktuell kaufen musst, wähle die Kapazität, die du brauchst, und nimm PCIe 4.0, solange der Aufpreis nicht gerechtfertigt ist.

SSD passend zum Einsatz

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