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Linux statt Windows 10: Umstieg für Alltag und alte PCs

Windows 10 läuft aus, der PC kann Windows 11 nicht? Linux Mint, Ubuntu und Lubuntu im Alltagscheck, mit Live-Test per USB-Stick und klaren Grenzen.

📅 18.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,091 Wörter
PC Hardware Ratgeber
CNW Performance Lab 👁 1 Aufrufe

Linux statt Windows 10: Lohnt der Umstieg für Alltag und alte PCs?

Wenn dein PC Windows 11 nicht mitmacht und die Updates enden, ist Linux eine Möglichkeit, ihn weiterzunutzen. Hier steht, für wen das passt, wie du gefahrlos testest und wo die Grenzen liegen. Einen neuen PC planst du im PC-Konfigurator.

Windows 10 ist für viele PCs ein Auslaufmodell, Windows 11 stellt Hardwareanforderungen, die ältere Rechner nicht erfüllen. Eine Alternative ist Linux. Dieser Beitrag behandelt den Alltag: Surfen, Büro, Fotos, Streaming. Das Spielen unter Linux ist ein eigenes Thema, das wir in Gaming unter Linux 2026 behandeln. Hier stützen wir uns auf eine Übersicht von schieb.de (aktualisiert am 09.04.2026), auf einen PCGH-Bericht vom 29.05.2026 zu Linux Mint 23 und auf einen GameStar-Praxistest. Eigene Tests auf realer Hardware haben wir für diesen Beitrag nicht gemacht; das ist unsere Einschätzung aus den Quellen und aus allgemeiner Erfahrung.

Warum das Thema gerade jetzt aktuell ist

Der Support für Windows 10 ist offiziell ausgelaufen; über das ESU-Programm gibt es Sicherheitsupdates bis zum 12.10.2027, Details in Windows 10 ESU bis Oktober 2027. Wer danach weiter sicher arbeiten will, hat drei Wege: Windows 11 (sofern der PC es kann, siehe Windows 11 PC prüfen), ein neuer PC oder ein anderes Betriebssystem. Linux ist dabei die einzige Option, die alte Hardware ohne Lizenzkosten am Leben hält.

Welche Distributionen werden empfohlen?

schieb.de nennt für Einsteiger unter anderem Linux Mint 22, Ubuntu 24.04 LTS, Pop!_OS und Zorin OS; für sehr alte Rechner Lubuntu. Die Auswahl ist eine redaktionelle Empfehlung, kein Test. Unsere Einordnung:

DistributionCharakter (eigene Einschätzung)Passt für
Linux MintKlassische Oberfläche, die an Windows erinnertUmsteiger, die möglichst wenig Umgewöhnung wollen
Ubuntu LTSWeit verbreitet, viele AnleitungenWer bei Problemen im Netz schnell Antworten finden will
Zorin OSAuf Umsteiger zugeschnittenWindows-Nutzer, die ein vertrautes Aussehen wünschen
Pop!_OSAuf Entwickler und Spieler ausgerichtetWer neuere Grafiktreiber braucht
LubuntuSchlanke OberflächeSehr alte PCs mit wenig Arbeitsspeicher

PCGH berichtet am 29.05.2026, dass Linux Mint 23 auf Ubuntu 26.04 LTS mit Linux 7.x aufbauen soll, geplant um Weihnachten 2026, ein fester Termin wurde nicht genannt. Falls du gerade überlegst: Mint 22 ist die aktuelle Wahl, ein späterer Wechsel auf Mint 23 ist möglich. Ein Neustart bei Null ist dafür nicht zwingend nötig, aber Datensicherung vor jedem größeren Versionssprung ist Pflicht.

So testest du risikofrei

  1. Lade das Abbild der gewünschten Distribution von der offiziellen Seite und prüfe die Prüfsumme, wenn angegeben.
  2. Schreibe es auf einen USB-Stick (mindestens 8 GB) mit einem Tool wie Rufus oder Balena Etcher.
  3. Starte den PC vom Stick (Bootmenü, meist F12, F11 oder Esc beim Start). Du kannst das System ausprobieren, ohne etwas auf die Festplatte zu schreiben. schieb.de empfiehlt ausdrücklich diesen Livetest.
  4. Teste WLAN, Drucker, Bluetooth, Bildschirmauflösung, Ton und die Programme, die du täglich brauchst.
  5. Erst wenn alles läuft, installiere – am besten neben Windows oder auf einer zweiten SSD, siehe Dual-Boot Windows 11 und Linux.

Wichtig: Mit BitLocker verschlüsselte Laufwerke brauchen den Wiederherstellungsschlüssel, bevor du an den Partitionen arbeitest. Sichere deine Daten vorher auf einem getrennten Datenträger, siehe Backup-Strategie 3-2-1.

Was im Alltag gut klappt

  • Browser (Firefox, Chromium-basierte), E-Mail, Videokonferenzen im Browser.
  • Büro: LibreOffice öffnet Word- und Excel-Dateien, bei komplexen Dokumenten sind Formatierungsunterschiede möglich.
  • Fotos und Videos ansehen, einfache Bearbeitung mit GIMP oder Kdenlive.
  • Streaming-Dienste im Browser; bei Diensten mit höchster Auflösung gelten teils Einschränkungen (eigene Kenntnis, bitte vorher prüfen).

Wo es hakt

  • Spezielle Windows-Software, etwa manche Steuerprogramme, Konstruktionssoftware oder Programme von Geräteherstellern. Lösungen sind virtuelle Maschinen oder Wine, aber nicht jede Anwendung läuft.
  • Treiber für sehr neue oder sehr exotische Hardware, etwa Scanner oder Fingerabdruckleser.
  • Die Umgewöhnung: Software installierst du über den Paketmanager, Einstellungen liegen an anderen Stellen.
  • Spiele: Der GameStar-Test mit Tuxedo OS zeigt, dass manche Titel am ersten Tag nicht starteten, Proton von Hand aktiviert werden musste, Anti-Cheat bei Mehrspieler-Titeln Probleme macht und Game Pass fehlt. Mehr dazu im Gaming-Beitrag.

Eine oft genannte Zahl, wonach über 80 Prozent der Proton-Spiele liefen, finden wir in der Quelle nicht belegt und übernehmen sie nicht.

Wie verbreitet ist Linux unter Gamern?

Eine PCGH-Umfrage vom 24.03./01.04.2026 ergab 12,83 Prozent Linux-Nutzer und 11,62 Prozent Wechselwillige. Das ist eine Umfrage unter Lesern einer Hardwareseite, bei der sich die Teilnehmer selbst melden. Sie sagt wenig über den Gesamtmarkt, aber viel darüber, dass das Interesse in der Technikszene real ist.

Entscheidungshilfe

Deine LageEmpfehlung (eigene Einschätzung)
Alter PC, nur Surfen und BüroLinux Mint oder Lubuntu: guter Kandidat
PC mit spezieller Windows-SoftwareWindows 11 oder ESU; Linux nur mit Test
Gaming-PC mit Online-Spielen und Anti-CheatWindows behalten
Neugier, aber wenig ZeitLivestick testen, nichts installieren

Wenn dein PC Windows 11 offiziell nicht kann, bedenke auch die Alternative, ein einzelnes Bauteil zu tauschen; manchmal reicht ein Update im BIOS oder ein TPM-Modul, siehe TPM 2.0 und Secure Boot aktivieren. Und wenn der Rechner wirklich zu alt ist, lohnt der Vergleich mit einem Neukauf nur nach einem ehrlichen Blick auf die aktuellen Preise, siehe RAM- und SSD-Preiskrise.

Vorbereitung: Daten und Programme erfassen

Bevor du umsteigst, schreibe auf, welche Programme du wirklich benutzt. Für jedes gibt es drei Möglichkeiten: Es läuft im Browser, es gibt eine Linux-Version oder ein gleichwertiges Programm, oder es geht nur unter Windows. Bei der dritten Gruppe musst du entscheiden, ob du sie weiter brauchst. Sichere außerdem Dokumente, Fotos, Browser-Lesezeichen und Passwörter auf einen externen Datenträger. Exportiere Passwörter aus dem Passwortmanager nur verschlüsselt und lösche die Datei danach sicher. Das kostet einen Nachmittag, spart aber Ärger, falls etwas schiefgeht.

Prüfe zusätzlich die Hardware: Wie viel Arbeitsspeicher und welche Festplatte hat der PC? Eine SSD macht auch einen alten Rechner spürbar flotter, unabhängig vom Betriebssystem; bei den aktuellen Preisen lohnt sich der Blick in SSD-Preis pro Terabyte. Mit 4 GB RAM kommen leichte Oberflächen wie Lubuntu besser zurecht als schwere Desktops (eigene Einschätzung).

Häufige Fragen

Ist Linux sicherer als Windows?

Linux wird aktiv gepflegt, und Schadsoftware ist dort weniger verbreitet; ganz sicher ist kein System. Auch Linux braucht Updates und umsichtigen Umgang mit Software aus unbekannten Quellen.

Kann ich Windows später wieder zurückholen?

Ja, wenn du Daten gesichert hast. Eine Neuinstallation von Windows ist möglich. Halte dafür die Installationsmedien und deinen Lizenzschlüssel oder dein Microsoft-Konto bereit.

Läuft Linux auf einem PC ohne TPM?

Ja. Linux stellt keine TPM-2.0-Anforderung wie Windows 11.

Alten PC retten oder neu bauen?

Probiere Linux per Stick aus. Wenn der Rechner zu schwach ist, planst du den Nachfolger im Konfigurator.

Zum PC-Konfigurator Dual-Boot Anleitung Windows 11 prüfen