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HDMI 2.1 oder DisplayPort: Bandbreite, DSC und die richtige Wahl

HDMI 2.1, DisplayPort 1.4 und 2.1 im Zahlenvergleich: Welche Bandbreite 4K mit 144 Hz braucht und wann DSC nötig wird.

📅 18.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,093 Wörter
PC Hardware Ratgeber
CNW Performance Lab 👁 6 Aufrufe

Das richtige Kabel entscheidet über die Bildrate

Am falschen Anschluss läuft ein 144-Hz-Monitor schnell nur mit 60 Hz. Passende Anschlüsse planst du direkt im PC-Konfigurator mit.

Du hast einen neuen Monitor gekauft, und im Treiber steht trotzdem nur 60 Hz zur Auswahl? Oft liegt es am Kabel oder am Anschluss. HDMI und DisplayPort gibt es in mehreren Versionen mit sehr unterschiedlicher Bandbreite. Dieser Ratgeber zeigt die Zahlen, rechnet nach, welche Auflösung bei welcher Bildrate wie viel Bandbreite braucht, und erklärt DSC, die Bildkompression. Die Zahlen stammen aus einem Vergleich von Sunbeam Tech, erstmals veröffentlicht am 4. Juli 2026 und am 7. Oktober 2026 aktualisiert. Sunbeam verkauft selbst Kabel, die Quelle ist also nicht unabhängig. Die Bandbreiten der Standards sind aber feste technische Größen, deren Größenordnung sich mit den Herstellerangaben deckt (eigene Einschätzung). Mit Monitoren allgemein beschäftigt sich Monitor kaufen 2026.

Bandbreite der Standards im Überblick

Wichtig ist der Unterschied zwischen der Rohbandbreite und der nutzbaren Bandbreite. Ein Teil der Übertragung geht für die Kodierung verloren. Laut Sunbeam ergibt sich:

StandardRohbandbreiteNutzbar (ca.)Kodierung
HDMI 2.018 Gbit/s14,4 Gbit/snicht angegeben
HDMI 2.148 Gbit/s42,6 Gbit/s16b/18b
DisplayPort 1.432,4 Gbit/s25,92 Gbit/s8b/10b
DisplayPort 2.1 UHBR 1040 Gbit/snicht angegeben128b/132b
DisplayPort 2.1 UHBR 13,554 Gbit/snicht angegeben128b/132b
DisplayPort 2.1 UHBR 2080 Gbit/sca. 77,4 Gbit/s128b/132b

Wie viel Bandbreite braucht welche Einstellung?

Der Bedarf hängt von Auflösung, Bildrate und Farbtiefe ab. Sunbeam nennt für RGB mit 8 Bit folgende Werte:

EinstellungBedarf (ca.)
1080p mit 240 Hz14,9 Gbit/s
4K mit 60 Hz14,9 Gbit/s
1440p mit 165 Hz17,8 Gbit/s
4K mit 120 Hz29,8 Gbit/s
4K mit 144 Hz35,8 Gbit/s
4K mit 240 Hz (10 Bit)knapp 70 Gbit/s

Daraus folgt: 1440p mit 165 Hz passt unkomprimiert in DisplayPort 1.4 (17,8 gegenüber 25,92 Gbit/s). 4K mit 120 oder 144 Hz geht über DisplayPort 1.4 nur mit DSC oder mit reduzierter Farbunterabtastung (4:2:2). HDMI 2.1 schafft 4K mit 144 Hz unkomprimiert (35,8 gegenüber 42,6 Gbit/s). Für 4K mit 240 Hz ohne Kompression braucht es laut Quelle DisplayPort 2.1 mit UHBR 20.

Was ist DSC?

DSC steht für Display Stream Compression. Laut Sunbeam wird DSC 1.2 von HDMI 2.1 und DisplayPort 1.4 unterstützt und ist nach der VESA-Spezifikation „perceptually lossless“ in typischen Betrachtungsabständen, also optisch praktisch verlustfrei. Es bleibt aber eine Kompression. In der Praxis sehen die meisten Nutzer keinen Unterschied (eigene Einschätzung). Mögliche Nachteile sind je nach Gerät eingeschränkte Zusatzfunktionen oder etwas längere Wartezeiten beim Umschalten von Auflösungen (eigene Einschätzung, nicht in der Quelle belegt). Bei mehreren Monitoren an einer Grafikkarte kann DSC zudem die Zahl der nutzbaren Anschlüsse beeinflussen. Wie du mehrere Bildschirme einrichtest, steht in Mehrere Monitore einrichten.

HDMI oder DisplayPort: Was nehme ich?

SituationEmpfehlung (eigene Einschätzung auf Basis der Zahlen)
Gaming-Monitor 1080p oder 1440p, 144 bis 240 HzDisplayPort 1.4 reicht, wenn der Monitor es anbietet
4K mit 120 oder 144 HzHDMI 2.1 oder DisplayPort mit DSC, Monitor und Grafikkarte müssen es beide unterstützen
4K mit 240 HzDisplayPort 2.1 mit UHBR 20 bei Monitor und Grafikkarte
Fernseher am PCHDMI 2.1, siehe Gaming-PC im Wohnzimmer

Das Kabel zählt genauso

Ein Anschluss mit HDMI 2.1 hilft nichts, wenn das Kabel nur für HDMI 2.0 gebaut ist. Achte auf Kabel, die ausdrücklich für die benötigte Bandbreite ausgelegt sind, zum Beispiel als „Ultra High Speed“ bei HDMI 2.1 oder mit Zertifizierung für DisplayPort. Nach meiner Erfahrung liegen bei Problemen wie Bildaussetzern oder fehlenden Bildraten oft ältere Beikabel zugrunde (eigene Einschätzung). Prüfe zuerst das mitgelieferte Kabel des Monitors. Lange Kabel erhöhen die Gefahr von Aussetzern bei hohen Bandbreiten (eigene Einschätzung).

Wenn die gewünschte Bildrate nicht erscheint

  1. Anschluss am Monitor prüfen: Nicht jeder Eingang bietet die volle Bildrate. Manche Monitore haben einen HDMI-Port mit weniger Bandbreite als den DisplayPort-Eingang.
  2. Im Monitormenü die höhere Bildrate oder die HDMI-Version freischalten, falls es eine solche Option gibt.
  3. Kabel testen oder tauschen.
  4. Treiber aktualisieren, bei Bedarf sauber neu installieren, siehe Grafiktreiber sauber installieren.
  5. In den Windows-Anzeigeeinstellungen unter „Erweiterte Anzeige“ die Bildwiederholrate wählen.
  6. HDR, 10 Bit oder RGB-Einstellungen prüfen: Mehr Farbtiefe braucht mehr Bandbreite, siehe HDR am PC einrichten.

Beispielrechnung für die Praxis

Nehmen wir einen 1440p-Monitor mit 240 Hz. Laut der Quellenwerte liegt der Bedarf von 1440p bei 165 Hz bei etwa 17,8 Gbit/s. Bei 240 Hz steigt er grob proportional zur Bildrate (eigene Näherung, Rechnung: 17,8 geteilt durch 165, mal 240, ergibt etwa 25,9 Gbit/s, ohne Zuschläge für Austastlücken). Das liegt nahe an der Grenze von DisplayPort 1.4 mit nutzbaren 25,92 Gbit/s. Praktisch heißt das: Je nach Timing kann DSC nötig werden. Ein Blick in die Datenblätter von Monitor und Grafikkarte ist deshalb sinnvoller als eine pauschale Regel. Die Rechnung ist eine Näherung und ersetzt keine Herstellerangabe.

Beim Kauf auf Anschlüsse achten

  • Monitor: Welche DisplayPort- und HDMI-Version? Welche Bildrate gilt an welchem Eingang?
  • Grafikkarte: Viele aktuelle Karten bieten mehrere DisplayPort-Ausgänge und einen HDMI-Anschluss. Prüfe die Version im Datenblatt.
  • Gehäuse und Platz: Kabel mit großen Steckern brauchen etwas Raum, siehe Kabelmanagement.
  • Spätere Aufrüstung: Wer bald auf 4K mit hoher Bildrate wechseln will, kauft jetzt schon mit passenden Anschlüssen.

Die Wahl von Bildrate und FPS-Limit betrifft auch den Einsatz von VRR. Details in Hertz, FPS-Limit und VRR.

Konsole, Laptop und USB-C

Auch andere Geräte hängen am selben Monitor. Eine Konsole nutzt in der Regel HDMI, ein Notebook oft USB-C mit DisplayPort-Signal. Prüfe in diesen Fällen, ob der USB-C-Anschluss Videosignale überhaupt ausgibt und mit welcher DisplayPort-Version, denn nicht jeder USB-C-Port kann das (eigene Einschätzung). Bei einem Monitor mit nur einem HDMI-2.1-Port und mehreren Geräten lohnt es sich, den schnellen Anschluss dem Gerät zu geben, das die höchste Bildrate braucht. Ein Umschalter oder Dock kann die Bandbreite begrenzen, daher bei Problemen zuerst direkt verbinden und dann Schritt für Schritt Zubehör ergänzen.

Häufige Fragen

Ist DisplayPort immer besser als HDMI?

Nein. HDMI 2.1 bietet mit 48 Gbit/s mehr Rohbandbreite als DisplayPort 1.4 mit 32,4 Gbit/s. DisplayPort 2.1 liegt je nach Stufe darüber.

Sieht man DSC?

Laut VESA-Beschreibung ist DSC bei typischem Betrachtungsabstand praktisch verlustfrei. Es bleibt eine Kompression.

Reicht HDMI 2.0 für 144 Hz?

Bei 1080p ja, bei 4K nicht. Für 4K mit 60 Hz reichen 14,9 Gbit/s, nutzbar sind laut Quelle rund 14,4 Gbit/s, also ist die Lage knapp und hängt von der Farbunterabtastung ab (eigene Einordnung).

Muss auch die Grafikkarte den Standard unterstützen?

Ja. Monitor, Kabel und Grafikkarte müssen die benötigte Version gemeinsam beherrschen.

Anschlüsse von Anfang an richtig planen

Prüfe Monitor und Grafikkarte gemeinsam, bevor du kaufst.

Zum PC-Konfigurator Monitor kaufen Grafikkarte kaufen OLED oder IPS