G-Sync, FreeSync und V-Sync richtig einstellen
Was V-Sync, G-Sync und FreeSync tun und wie du sie für ein glattes Bild ohne Tearing und mit wenig Verzögerung einstellst, bei NVIDIA und AMD.
Welcher Monitor passt zu deinen FPS?
Mit dem FPS-Rechner siehst du, welche Bildrate dein System erreicht. Ob sich ein Monitor mit variabler Bildwiederholrate lohnt, planst du im PC-Konfigurator.
Tearing, Ruckeln, verzögerte Eingaben: Hinter vielen Bildproblemen steckt dasselbe Thema, nämlich wie Grafikkarte und Monitor ihre Bilder abstimmen. Dafür gibt es drei Begriffe, die oft verwechselt werden: V-Sync, G-Sync und FreeSync. In diesem Ratgeber erfährst du, was jede Technik macht, wie sie zusammenarbeiten und welche Einstellungen im Treiber, im Spiel und in Windows sich bewährt haben. Am Ende hast du eine klare Reihenfolge, mit der du bei NVIDIA und AMD ein glattes Bild ohne unnötige Eingabeverzögerung bekommst.
Das Problem: Warum Bild und Monitor nicht im Takt sind
Dein Monitor zeichnet das Bild in festen Abständen neu, zum Beispiel 144-mal pro Sekunde bei 144 Hz. Die Grafikkarte liefert ihre Bilder aber in schwankendem Tempo, je nach Szene mal schneller, mal langsamer. Wenn ein neues Bild mitten in der Aktualisierung des Monitors eintrifft, zeigt der Bildschirm Teile von zwei Bildern gleichzeitig. Das ist das Tearing, also horizontale Risse im Bild. Es fällt besonders bei schnellen Bewegungen auf.
V-Sync: Die klassische Lösung mit Nebenwirkungen
V-Sync (vertikale Synchronisation) zwingt die Grafikkarte, mit dem Monitor im Takt zu bleiben. Ein neues Bild wird erst dann gezeigt, wenn der Monitor bereit ist. Das beseitigt Tearing. Der Preis: Schafft die Grafikkarte die volle Bildrate des Monitors nicht, springt die Bildrate auf Teiler der Wiederholrate. Bei 60 Hz kann die Bildzeit dann von 16,7 ms auf 33,3 ms steigen. Das fühlt sich wie ein Ruckler an. Zusätzlich puffert V-Sync Bilder, was die Eingabeverzögerung erhöht.
G-Sync und FreeSync: Variable Bildwiederholrate (VRR)
G-Sync von NVIDIA und FreeSync von AMD lösen das Problem anders: Der Monitor passt seine Bildwiederholrate dynamisch an die Bildrate der Grafikkarte an. Kommt ein Bild nach 9 ms, zeigt der Monitor es nach 9 ms, nicht erst beim nächsten festen Takt. So gibt es weder Tearing noch die Sprünge von V-Sync. Beide Techniken nennt man allgemein variable Bildwiederholrate (VRR). Technische Grundlage ist der offene Standard Adaptive-Sync.
- FreeSync funktioniert mit Radeon-Karten, in der Regel über DisplayPort und bei vielen Monitoren auch über HDMI. Die Stufen Premium und Premium Pro stehen für strengere Anforderungen des Herstellers.
- G-Sync gibt es als Variante mit eigenem Modul im Monitor und als „G-Sync Compatible“. Damit arbeiten auch viele Monitore, die ursprünglich für FreeSync gebaut wurden, mit GeForce-Karten.
- Welche Karte, welcher Monitor? Heute funktionieren viele Monitore mit beiden Herstellern. Prüfe im Datenblatt des Monitors die unterstützte VRR-Technik und den Frequenzbereich.
Mehr Hintergründe zu Panel-Typ, Wiederholrate und Ausstattung findest du in Monitor kaufen 2026.
Die empfohlene Einstellung für NVIDIA (G-Sync)
Die Empfehlung folgt den ausführlichen Tests von Blur Busters (G-Sync 101), die für das Zusammenspiel von VRR, V-Sync und Bildraten-Limit gelten:
- G-Sync aktivieren. In der NVIDIA App unter „System“ und „G-Sync“ oder im NVIDIA-Systemsteuerungs-Menü „G-Sync einrichten“. Wähle die Option für Vollbild, bei Bedarf auch für Fenster- und Vollbildmodus.
- V-Sync im Treiber einschalten. Stelle im Spielprofil „Vertikale Synchronisierung“ auf „Ein“. Der Treiber-V-Sync gilt als zuverlässiger als die Option im Spiel.
- V-Sync im Spiel ausschalten. Das Spiel soll keinen eigenen Puffer zusätzlich anlegen.
- Bildrate begrenzen. Setze das FPS-Limit mindestens 3 FPS unter die maximale Bildwiederholrate, etwa 141 FPS bei 144 Hz oder 117 FPS bei 120 Hz. Dann bleibt G-Sync im Arbeitsbereich und V-Sync greift nicht ein.
- Reflex nutzen, wenn das Spiel es anbietet. NVIDIA Reflex reduziert die Zahl wartender Bilder und senkt die Eingabeverzögerung. Fehlt Reflex, hilft der Modus „Geringe Latenz“ im Treiber.
- Anzeigemodus prüfen. Je nach Spiel funktioniert Vollbild oder Randlos besser. Bei Spielen mit DirectX 12 ist randloses Fenster oft die bessere Wahl.
Die empfohlene Einstellung für AMD (FreeSync)
- FreeSync am Monitor aktivieren. Im Bildschirmmenü des Monitors muss „FreeSync“ oder „Adaptive-Sync“ eingeschaltet sein. Bei manchen Modellen ist die Funktion standardmäßig aus.
- FreeSync in der AMD Software einschalten. Prüfe in den Anzeige-Einstellungen, dass „AMD FreeSync“ aktiv ist.
- V-Sync im Spiel ausschalten, wenn der Treiber die Synchronisierung übernimmt. Die genauen Bezeichnungen der Optionen unterscheiden sich je nach Treiberversion.
- Bildrate begrenzen. Auch hier gilt: etwas unter die Wiederholrate. Nutze das Limit des Spiels oder die Begrenzung im Treiber.
- Latenzfunktionen testen. Der Hersteller bietet zusätzliche Funktionen zur Latenzreduzierung. Teste sie pro Spiel, denn nicht jedes Spiel profitiert gleich.
Windows-Einstellungen, die oft vergessen werden
- Variable Bildwiederholrate in Windows 11. Unter Einstellungen, System, Bildschirm, Grafik, Standard-Grafikeinstellungen findest du die Option „Variable Bildwiederholfrequenz“. Aktiviere sie, wenn sie vorhanden ist.
- Optimierungen für Fensterspiele. Dieselbe Seite bietet diese Option, die Spiele im Fenster oder randlos besser an die Anzeige anbindet. Probiere beide Zustände aus.
- Bildwiederholrate des Monitors. Unter Erweiterte Anzeige muss die höchste unterstützte Rate eingestellt sein. Viele Monitore laufen versehentlich mit 60 Hz.
- Kabel und Anschluss. DisplayPort unterstützt VRR bei nahezu allen Monitoren. Über HDMI klappt es nur mit passender HDMI-Version und Monitor-Unterstützung.
- Mausabfragerate. Eine Abfragerate von 1000 Hz verringert Mikroruckler durch die Maus.
Dazu kommt der allgemeine Feinschliff in Windows 11 für Gaming optimieren. Wer Treiberprobleme vermutet, installiert zuerst sauber neu, wie in Grafiktreiber sauber installieren beschrieben.
Welche Kombination passt zu welcher Situation?
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Monitor mit G-Sync oder FreeSync, FPS schwanken | VRR an, V-Sync im Treiber an, im Spiel aus, Limit 3 FPS unter Hz | Kein Tearing, keine Sprünge, wenig Verzögerung |
| Monitor ohne VRR, Grafikkarte schafft die Hz nicht | V-Sync aus, Bildrate eher begrenzen oder Grafik senken | V-Sync würde die Bildzeit springen lassen |
| Monitor ohne VRR, Grafikkarte schafft die Hz locker | V-Sync an oder Limit auf die Wiederholrate | Tearing wird verhindert, die Verzögerung bleibt gering |
| Kompetitives Spiel, Eingabeverzögerung zählt | VRR mit Limit und Reflex, V-Sync nur im Treiber | Wenig Verzögerung bei stabilem Bild |
| Bildflackern im Menü bei VRR | Menü-FPS begrenzen, Monitor-Firmware prüfen | Manche Panels flackern, wenn die Bildrate stark schwankt |
Typische Fehler vermeiden
- V-Sync in Treiber und Spiel gleichzeitig. Das kann zusätzliche Verzögerung bringen. Nutze es nur an einer Stelle.
- Kein Bildraten-Limit. Ohne Limit kann die Bildrate die Wiederholrate überschreiten, und VRR verliert seine Wirkung.
- VRR nur im Monitor eingeschaltet. Auch der Treiber muss die Technik aktiv haben.
- Falsches Kabel. Ein altes HDMI-Kabel begrenzt Auflösung, Wiederholrate und VRR.
- Ruckeln auf Hardware schieben. Wenn der Frametime-Graph unruhig ist, liegt die Ursache oft woanders. Eine Anleitung steht in Ruckeln trotz hoher FPS.
Häufige Fragen zu G-Sync, FreeSync und V-Sync
Brauche ich G-Sync oder FreeSync unbedingt?
Nein. Wer mit der Grafikkarte durchgehend die Bildwiederholrate des Monitors erreicht, kommt auch mit V-Sync zurecht. Bei schwankenden Bildraten, also in fast allen aktuellen Spielen, bringt VRR einen klaren Gewinn.
Funktioniert FreeSync mit einer NVIDIA-Karte?
Viele FreeSync-Monitore laufen mit GeForce-Karten als „G-Sync Compatible“. Ob dein Modell dazu zählt, steht im Datenblatt. Aktiviere die Funktion im NVIDIA-Treiber und teste sie mit einem Spiel.
Warum soll ich die Bildrate unter die Wiederholrate begrenzen?
Erreicht die Bildrate das Maximum des Monitors, verlässt das System den VRR-Bereich. Dann greift wieder normales V-Sync mit Puffer und Verzögerung. Ein Limit drei Bilder unterhalb der Wiederholrate hält das System im Arbeitsbereich.
Ist die Verzögerung mit V-Sync wirklich spürbar?
Das hängt vom Spiel und deiner Empfindlichkeit ab. In kompetitiven Spielen ist der Unterschied messbar und wird von vielen Spielern wahrgenommen. In Einzelspieler-Spielen spielt er oft keine große Rolle.
Neuer Monitor oder neue Grafikkarte geplant?
Plane im Konfigurator, welche Kombination zu deinen Spielen passt, und prüfe die erwartbare Bildrate vorab.