Mobiles Internet erobert den Massenmarkt

By | 3. Januar 2011

Durch die rasant ansteigende Nachfrage nach internetfähigen Handys, den Preis-Wettkampf der Tarifanbieter und schnellere Mobilfunknetze sind die entsprechenden Nutzungsraten explosionsartig nach oben gestiegen. Heute verwendet beinahe jeder Zweite ein mobiles Endgerät, um online zu gehen – Tendenz steigend.

Die Internetnutzung per Desktop-Computer wird dabei zunehmend ins Hintergrund gestellt. Gerade die enorme Entwicklung der mobilen Webnutzung hat auf Unternehmensseite Konsequenzen. Vor allem die Marketing- und Werbebranche versucht verstärkt, das Potenzial des neuen Werbekanals zu nutzen, was sich in einer Verdopplung der mobilen Werbekampagnen ausdrückt.

Apps sind im Vormarsch

Der Siegeszug des mobilen Webs hat auch die Art und Weise verändert, wie Konsumenten sich in der Online-Welt bewegen. Bestes Beispiel hierfür ist die wachsende Beliebtheit von Apps, einem weiteren großen Trendthema 2010.

Die kleinen Programme für mobile Endgeräte haben längst ihr Image als spaßige Zusatzanwendungen abgelegt und sich zu einem bestimmenden Faktor der Netzaktivitäten der User entwickelt. Diese verzichten beim Web-Einstieg immer öfter auf den herkömmlichen Browser und entscheiden sich stattdessen für Apps, um unterwegs im Netz zu surfen.

Während sich die verantwortlichen Entwickler zum ersten Mal über angemessene Einnahmen aus ihren App-Verkäufen freuen dürfen, sehen Kritiker wie der Wired-Chefredakteur Chris Anderson in dem gegenwärtigen Hype die ersten Anzeichen für einen Untergang des offenen, uneingeschränkten Webs. Diese Auffassung wird unter anderem von der Diskussion um die restriktive Auswahlpolitik Apples befeuert, die nicht nur bei Entwicklern, sondern auch bei Kunden für Empörung sorgt.

Social Media und kein Ende

Mit der Abwanderung der User vom Computer zum mobilen Endgerät hat auch der Trend zur sozialen Online-Vernetzung neue Impulse erhalten. Untersuchungen zufolge werden die großen Namen der Branche wie Facebook oder Twitter inzwischen bereits öfter von unterwegs genutzt als vom heimischen PC.

Dieser Umstand ist wohl nicht ganz unbeteiligt daran, dass die verschiedenen Social-Media-Dienste im Netz noch immer wachsende Mitgliederzahlen verbuchen können. So hat etwa Twitter erst kürzlich vermeldet, dass man es alleine in 2010 auf 100 Millionen Neuanmeldungen geschafft habe.

Web und TV verschmelzen

Eine Entwicklung, die das Medienjahr 2010 entscheidend mitgeprägt hat, ist die deutlich erkennbare Verschmelzung von TV- und Web-Inhalten. Angetrieben vom Kundenwunsch, die Fülle an verfügbarem Online-Videomaterial auch in akzeptabler Qualität auf größeren TV-Bildschirmen betrachten zu können, bemüht sich derzeit eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen um dieses vielversprechende Geschäftsfeld.

Als Beispiele seien etwa Apple und Google genannt, die beide mit Hochdruck am TV-Standard der Zukunft basteln. Große Erfolgschancen prognostizieren Experten unterdessen dem neuen Standard „Hybrid Broadcast Broadband TV“ (HbbTV), der von immer mehr internetfähigen Fernsehern und Receiver unterstützt wird.

Dauerbrenner Datenschutz

An einem hitzig diskutierten Thema kommt man leider auch 2010 nicht vorbei: dem Datenschutz. Egal, ob sich die User in Internet-Communitys, Online-Games, Shops oder App-Portalen tummeln – die Datenschützer sind sich einig, dass ein Großteil der Nutzerschaft viel zu freizügig mit ihrer Privatsphäre im Web umgeht.

In Anbetracht der zunehmenden Praxis, die gesammelten User-Daten gewinnbringend weiter zu verwenden, ergreifen die „Geschädigten“ aber mittlerweile ihrerseits die Initiative und versuchen, sich gegenseitig vor Übergriffen von Datenspionen zu schützen.

Für besondere Aufregung in diesem Zusammenhang sorgte wieder einmal Facebook: User von Drittentwickler-Programmen, die auf der Seite eingebunden sind, haben das Social Network wegen unerlaubter Datenweitergabe an Werbefirmen verklagt. Eine eigene Erwähnung hat in jedem Fall auch der umstrittene Deutschland-Start von Google Street View verdient, dem heftige Proteste von verärgerten Bürgern und Datenschützern vorangegangen sind.

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