Karrierefaktor Intelligenz: Erfolgreicher mit Denksport und Gehirntraining?

By | 3. Oktober 2013

Was ist für eine Karriere am wichtigsten? Sind es technische Fähigkeiten, erworbene Kenntnisse auf allen möglichen Gebieten, deren assoziative Verknüpfung oder eine allgemeine, angeborene Intelligenz? Lässt sich diese steigern, etwa durch Gehirntraining? Sehr wohl, meinen Forscher der Universität Bern. Die Fähigkeit, komplexe Probleme in unklaren Situationen zu lösen, basiert auf der sogenannten fluiden Intelligenz, und diese lässt sich durchaus trainieren. Angeboren sei sie eher wenig, meinen die Schweizer Psychologen.

Gehirntraining für die Kern-Intelligenz

Als Kern-Intelligenz beschreiben die Forscher demnach die Fähigkeit, ein gänzlich neues Problem zu erkennen und auch zu lösen. Bislang galt diese denkerische Leistung als angeboren, doch die Berner Forscher konnten ein Trainingsprogramm dafür entwickeln, dass Managern in Zukunft bei ihrer Karriere behilflich sein könnte. Auch beliebte Gehirnjogging-Spiele wie Sudoku oder Monopoly seien durchaus sehr nützlich, meinen die Schweizer Forscher, vor allem wenn sie oft und möglichst früh im Leben gespielt werden. Um auf die Kern-Intelligenz zu stoßen, gingen Psychologen schon länger zur Unterscheidung zwischen kristalliner (= „technischer“) und fluider Intelligenz über.

Letztere befähigt uns, in einem neuen Beruf, einer neuen sozialen Umgebung oder auch mit einem neuen Hobby klarzukommen, auch wenn wir hierfür scheinbar keine Voraussetzungen besaßen. Sie stellt die Grundlage dafür dar, dass viele Manager und Politiker ihre Karriere auf der Grundlage völlig verschiedener Fachgebiete vorantreiben. Aus dem früheren Verkehrs- wird ein Justizminister, aus dem Manager eines Telekommunikationskonzerns der Chef eines Verkehrsunternehmens. Diese Menschen sind aber in der Lage, ihnen bislang unbekannte Problemstellungen schnell zu erfassen und überwiegend die richtige Lösung hierfür zu finden.

Wie messen Forscher die fluide Intelligenz?

Die Forscher in Bern stellten den Versuchspersonen komplexe Aufgaben, bei denen weniger technische Fähigkeiten als das Entwickeln von Strategien gefragt war. Im Bereich der Wirtschaft etwa ging es darum, über die Expansion eines Unternehmens unter der Voraussetzung mehrerer möglicher Marktszenarien zu entscheiden. Der Proband kann hierbei nicht „alles richtig“ machen, sondern nur ein Optimum erreichen, indem er sich nach dem wahrscheinlichsten Szenario richtet, die Strategie aber bei veränderten Bedingungen anpasst und nötigenfalls auch bereit ist, sie komplett zu verwerfen.

Dass sich die Bedingungen stets etwas anders entwickeln als prognostiziert, wird dabei von vornherein angenommen. Es gibt also keine eindeutige Lösung wie in der Algebra. Dieses Gehirntraining steckt nach Ansicht der Wissenschaftler in allen Strategiespielen, auch in modernen PC-Games, die daher nicht unbedingt verteufelt werden sollten. Möglicherweise beschleunigt Spielen ganz rasant die Karriere künftiger Entscheider.

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