Junior Chef: So führen Sie ältere Mitarbeiter!

By | 5. Oktober 2013

Ein Junior-Chef ist nach dem Verständnis der meisten Unternehmen und ihrer Mitarbeiter noch keine 40 Jahre alt, er muss allerdings kompetent sein und einige Karriereschritte absolviert haben. Dennoch sieht er sich auf seiner neu erworbenen Position mit der Führung älterer Mitarbeiter konfrontiert, die einiges an Erfahrung in die Waagschale zu werfen haben. Wie gehen beide Seiten mit dieser Situation um?

Führung älterer Mitarbeiter mit Respekt

Ältere Mitarbeiter werden seit dem grassierenden Fachkräftemangel wieder verstärkt umworben, ihre Fachkenntnisse und die einschlägige Berufserfahrung gelten als unschätzbares Potenzial für die Unternehmen. Doch Führungsaufgaben vertraut man oft jüngeren Managern an, einfach weil sie einen bestimmten Höchstleistungsstress besser verkraften, weil sie eigene Lebensziele noch vehement anstreben und weil sie auf ihrer neuen Position Zeit zum Wachsen brauchen. All das spricht durchaus für einen dynamischen Junior-Chef, auch lang gediente Kollegen jenseits der 50 sehen das gern ein.

Dennoch besteht ein Generationenkonflikt, denn in einigen Fällen ist der junge Chef (die Chefin!) des Teams so jung wie die Kinder von älteren Kollegen. Prekäre Gefühlslagen können auf beiden Seiten entstehen: Der erfahrene Mitarbeiter kurz vor der Pension will sich in seine Abläufe nicht mehr hineinreden, der junge Chef sich aber auch nicht väterlich auf die Schulter klopfen lassen. Hier hilft nur eines: gegenseitiger Respekt vor der Erfahrung der Älteren einerseits, dem Biss und den Fachkenntnissen des Jungen andererseits.

Muss der Junior-Chef Angst haben?

Im Grunde nicht, denn die wesentlichen Grundlagen aller Arbeitsprozesse sind in Arbeitsverträgen festgehalten, es gibt Modi für die Führung und nötigenfalls Sanktionen – die Mittel, etwas durchzusetzen, sind vielfältig und bekannt. Die Motivation älterer Mitarbeiter besteht (auch) ganz entscheidend darin, den gut bezahlten Job bis zur Rente zu behalten, deshalb sind Palastrevolutionen eher selten und schon gar nicht nötig, nur weil der Chef ein oder zwei Jahrzehnte jünger ist. Dennoch muss dieser nicht alles umkrempeln wollen, „neue Besen kehren gut“ kommt oftmals gar nicht gut an.

Darüber hinaus ist die Erfahrung der Älteren sehr wertvoll, sie kann und soll für die betrieblichen Prozesse unbedingt genutzt werden. Ein cleverer Junior-Chef wird daher nötige Veränderungen gut überlegt angehen, das Team befragen und dennoch klarstellen, auf welche entscheidenden Einschnitte er nicht verzichten wird. Solche Teamsitzungen laufen auf Verhandlungsbasis ab, was übrigens nicht nur mit dem Alter der Beteiligten zu tun hat: Der Chef bietet Verhandlungsmasse über einige Sachthemen an, in anderen Fragen stellt er klar, dass er neue Schritte durchsetzen wird. Hier kann auch ein ganz junger Chef beweisen, dass er fachliche Kompetenz besitzt. Damit wird er sich den Respekt der älteren Mitarbeiter verdienen.

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