Elternzeit: Tipps und Tricks für Freiberufler!

By | 6. Oktober 2013

Die Elternzeit wird gern in Anspruch genommen, sie ermöglicht eine viel bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für Freiberufler ist allerdings die Berechnung der Leistungen eine recht komplexe Aufgabe, zu der sich die Gestaltung ihrer Arbeitsabläufe während der Elternzeit gesellt. Denn sie sollten die Kontakte zu ihren Kunden keinesfalls abreißen lassen und müssen das auch nicht, da sie während der Bezugsdauer von Elterngeld 30 Wochenstunden arbeiten können.

Grundsätzliches zur Elternzeit

Wie Angestellte können auch Freiberufler die Elternzeit zu denselben Regeln in Anspruch nehmen. Die Leistungen sind wie folgt aufgebaut:

  • Ab einem Einkommen von 1.240 Euro monatlichem Nettoeinkommen vor der Elternzeit werden in dieser Phase 65 Prozent dieses Einkommens gezahlt, bei 1.220 Euro sind es 66 Prozent, bei 1.000 Euro und weniger 67 Prozent. Die Maximalleistung beträgt 1.800 Euro.
  • Die Elternzeit für eine Person beträgt 12 Monate, wenn sich zwei Partner die Babypause teilen, können daraus 14 Monate werden.
  • Für die Berechnung des Elterngeldes werden alle Einkommen in den letzten 12 Monaten vor der Elternzeit (alternativ: im letzten Kalenderjahr) herangezogen, also auch Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, die Freiberufler schließlich auch haben könnten. Wer Land- und Forstwirtschaft betreibt, muss diese Einkünfte ebenfalls angeben. Neben dem Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und PKV dürfen Freiberufler eine Pauschale für Betriebsausgaben von 25 Prozent geltend machen. Die Berechnungsgrundlage ist also zunächst das Bruttoeinkommen abzüglich Steuern. Das mag in manchen Fällen ungerecht erscheinen, erleichtert aber gravierend die Berechnung des Elterngeldes. Die meisten Freiberufler haben außerdem geringere Kosten als 25 Prozent ihrer Umsätze, der Staat geht also bei der Berechnung der Leistungen im Großen und Ganzen sehr großzügig vor.

Berechnungsgrundlage für das Elterngeld

Die spannendste Frage ergibt sich hinsichtlich der Berechnungsgrundlage für das Elterngeld, da hier entweder glatt die 12 Monate vor Beginn des Babyjahres oder das Kalenderjahr zu wählen sind. Das letzte Kalenderjahr ist durch den Steuerbescheid wesentlich komfortabler zu handhaben, doch bei Unterbrechungen oder deutlichen Veränderungen im Betriebsgeschehen und den Bezügen/Umsätzen kommen die letzten 12 Monate zum Ansatz. Der Freiberufler muss das begründen. Wer nun während des Bezuges von Elterngeld arbeitet, was zu empfehlen wäre, muss die Leistungen aus der Differenz zwischen der Maximalhöhe und dem tatsächlich erzielten Einkommen während der Elternzeit berechnen.

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